
Was ist UX?
UX, ausgeschrieben User Experience, bezeichnet die Gesamtheit der Erfahrungen und Eindrücke, die ein Konsument bei der Nutzung eines Produkts hat. Obwohl sich UX auf ein breites Spektrum von Branchen bezieht – Marketing, Elektronik, Automobilindustrie –, spricht man am häufigsten im IT-Kontext von diesem Begriff. Hier wird UX in der Regel mit Desktop-Software und Websites in Verbindung gebracht. Die Idee der User Experience entstand in den 1970er-Jahren mit der Produktion der ersten Personal Computer. Die Ingenieure, die PCs konstruierten, erkannten, dass die Maschine an den Menschen angepasst sein muss und nicht der Mensch an die Maschine – besonders wenn das Produkt die breite Masse erreichen soll. Die Verbindung der Ingenieurdisziplin mit der kognitiven Psychologie brachte einen neuen Zweig hervor: User Experience Design, also die Gestaltung von Nutzererlebnissen. Heute ist es eine Disziplin, die in nahezu jeder Geschäftsnische vertreten ist. Interessanterweise wird der Begriff User Experience in der Norm ISO 9241 beschrieben als „Wahrnehmungen und Reaktionen einer Person, die aus der tatsächlichen und/oder der erwarteten Benutzung eines Systems, Produkts oder einer Dienstleistung resultieren“.
User Experience in der IT
Für viele Menschen ist die Welt der IT-Lösungen unverständlich, ziemlich geheimnisvoll und sogar ein wenig beängstigend. Deshalb besteht gerade in der IT-Branche der größte Bedarf an einfacher UX und nutzerfreundlichen Lösungen. Schon an der Basis eines Projekts muss kundenorientiert gedacht werden: Lädt alles schnell, ist die Seite optisch ansprechend, lässt sich das Programm einfach bedienen, ist ein bestimmtes Problem mit einer konkreten Anwendung lösbar? Und auch wenn Designern oder Entwicklern die Antwort „Ja“ lauten mag, liefert erst ein UX-Team unabhängige und verlässliche Ergebnisse. Fester Bestandteil der Forschung im Bereich User Experience ist das Testen einer Auswahl von Lösungen in einer Gruppe von Laien, also von Personen, die beruflich nichts mit dem jeweiligen Fachgebiet zu tun haben. Sie erhalten mehrere, manchmal mehr als ein Dutzend Varianten eines Elements und bewerten die einzelnen Versuche unter einem vorgegebenen Gesichtspunkt. Ein Beispiel ist die Animation beim Senden einer Nachricht – manche wirken ästhetischer, andere verständlicher, und wieder andere sind weder ästhetisch noch verständlich.
Der Unterschied zwischen UX und UI
Ein Kürzel, das oft neben UX auftaucht, ist UI – vom englischen User Interface, also der Benutzeroberfläche. Schon der Name unterscheidet die beiden Aufgabenbereiche nicht grundlegend, doch das Profil der jeweiligen Stelle sagt etwas mehr aus. Das Ziel von UI-Designern ist es nämlich, einen Interaktionsraum zu schaffen, der ästhetisch und geordnet ist und einen positiven Eindruck hinterlässt. UX-Designer wiederum haben die Aufgabe, diese Ästhetik zusätzlich um Gebrauchstauglichkeit und Intuitivität zu ergänzen. Das ist selbstverständlich eine Vereinfachung, denn in der Arbeit von UI finden sich Elemente von UX (z. B. die Optimierung der Navigationswerkzeuge einer Seite), und in der Arbeit von UX steckt ein Anteil UI. Wichtig ist, dass UI- und UX-Spezialisten zusammenarbeiten, damit das Endergebnis leicht zu bedienen und schön anzusehen ist. Wichtig ist auch, dass das Endergebnis keine Ansammlung von Kompromissen ist, sondern die Summe von Synergien und attraktiv verpackte Einfachheit. In der IT-Branche werden immer häufiger gemischte UX/UI-Teams gebildet oder sogar Personen eingestellt, die in beiden Bereichen kompetent sind. In einem guten Softwarehaus und bei anspruchsvollen Projekten darf eine Person, die für User Interface und UX Design verantwortlich ist, nicht fehlen.
Wie sieht die Arbeit eines UX-Designers aus?
Wenn Sie die Arbeit eines UX-Designers interessiert oder Sie über diese IT-Nische nachdenken, sollten Sie wissen, dass es sich in hohem Maße um eine Arbeit für Menschen handelt. Sie müssen also nicht nur Kenntnisse über IT-Technologien mitbringen, sondern auch Empathie, Einfühlungsvermögen, unkonventionelles Denken und die Fähigkeit, menschliches Verhalten vorherzusehen. In der ersten Phase werden Mockups und Interaktionsschemata entworfen, also wie eine Seite oder die Inhalte einer Anwendung funktionieren und dargestellt werden sollen. Man muss überlegen, wie der Nutzer zu den gesuchten Inhalten gelangt und in welche Kategorien die Inhalte unterteilt werden. Es gibt nicht den einen richtigen Weg – man muss mindestens mehrere verschiedene Kombinationen finden, die anschließend getestet werden. Die Testphase ist die zweite Phase, in der Sie die von Ihnen vorbereiteten Lösungen den Nutzern vorstellen. Diese testen sie, bewerten Gebrauchstauglichkeit, Einfachheit und Intuitivität der jeweiligen Lösung, und daraus entsteht das Feedback zur Arbeit des UX-Designers. Die beim Testen gesammelten Kommentare können auch die Strategie für Bewerbung und Vertrieb des Produkts beeinflussen, etwa wenn sich zeigt, dass das Produkt nicht nur leicht zu bedienen ist, sondern auch ein Problem schnell löst. Schließlich folgt die dritte Phase, nämlich die Implementierung der besten Lösung in Zusammenarbeit mit dem Projektteam, den Grafikern, dem UI-Team und den Entwicklern. Die Details der Arbeit können variieren, vieles hängt also vom jeweiligen Projekt ab.
